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Legionellen im Duschwasser – Die richtigen Massnahmen bei einer Kontamination

  • 29. Apr.
  • 3 Min. Lesezeit

Ein Leitfaden für Gebäudeverantwortliche gemäss den aktuellen Vorgaben (Stand März 2025) des Kantons Wallis (SCAV/DVSV).



Trink- und Duschwasseranlagen sind sensible Systeme. Selbst bei bester Wartung kann es vorkommen, dass sich Legionellen in den Leitungen ansiedeln. Diese Bakterien können schwerwiegende Atemwegserkrankungen (Legionellose) auslösen. Das zuständige Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen (SCAV) hat klare Richtlinien herausgegeben, wie bei einem fundierten Legionellen-Nachweis vorzugehen ist.


Als zertifiziertes Analytiklabor (Swissmedic/GMP) in Steg unterstützen wir von der Valmonas Analytik AG Sie nicht nur bei der präventiven mikrobiologischen Analytik, sondern auch bei den vorgeschriebenen Folgeproben nach einer Kontamination. In diesem Beitrag fassen wir die wichtigsten Schritte zur Bekämpfung von Legionellen für Sie zusammen.


Grundsätzliches zum Umgang mit Legionellen

Die vollständige Beseitigung von Legionella spp. in einem bereits kontaminierten Rohrleitungsnetz ist in der Praxis selten möglich. Oftmals lautet das Ziel, die Vermehrung auf ein unbedenkliches Mass zu reduzieren und die Situation dauerhaft unter Kontrolle zu halten. Legionellen können Leitungen immer wieder neu besiedeln – sei es durch «Totleitungen», Nischen wie Verkalkungen oder Schäden in den Zuleitungen.


Die Massnahmen richten sich nach dem Grad der festgestellten Kontamination.



Stufe 1: Mässige Kontamination (1’000 – 10'000 KBE/l)

Bei diesem Wert besteht Handlungsbedarf, um Schlimmeres zu verhindern.


Zu ergreifende Massnahmen:

  • Reinigung: Armaturen (Handbrausen, Duschköpfe etc.) demontieren, reinigen und entkalken. Optisch stark abgenutzte Armaturen sollten ausgetauscht werden.

  • Hitzeschock (Thermoschock): Eine thermische Desinfektion im Leitungsnetz durchführen (> 70 °C für mindestens 3 Minuten an den Ausläufen).

  • Temperaturen optimieren: Die Temperatur am Austritt des Warmwasserspeichers muss auf konstant mindestens 60 °C eingestellt werden. Die Rücklauftemperatur der Zirkulationsleitung muss 55 °C betragen.

  • Betriebsbedingungen: Nachhaltige Verbesserung des Systembetriebs prüfen.


Mikrobiologische Folgeproben:

Direkt nach Beendigung des Hitzeschocks muss eine Wirksamkeitskontrolle durchgeführt werden. Hierfür muss eine Wasserprobe direkt an der kontaminierten Entnahmestelle entnommen und im Labor analysiert werden.




Stufe 2: Starke bis massive Kontamination (> 10'000 KBE/l)

Wichtig: Meldepflicht und Nutzungsverbot!

Stellt das Duschwasser eine direkte Gesundheitsgefahr dar (> 10'000 KBE/l), muss die verantwortliche Person unverzüglich das SCAV benachrichtigen. Zudem müssen die Benutzer über das vorübergehende Nutzungsverbot (Duschen, Bäder etc.) informiert werden. Alle folgenden Massnahmen müssen in enger Zusammenarbeit mit dem SCAV erfolgen (LGV Art. 84 Abs. 4).


Zu ergreifende Massnahmen:

  • Austausch: Armaturen demontieren, reinigen und entkalken. Alle veralteten Armaturen sind zwingend zu ersetzen.

  • Doppelte Desinfektion: Thermoschock (> 70 °C, mind. 3 Minuten) durchführen. Zusätzlich ist mit Hilfe einer Fachperson eine chemische Desinfektion vorzunehmen.

  • Temperaturen: Auch hier gilt zwingend Boiler-Austritt mind. 60 °C, Zirkulationsrücklauf 55 °C.


Mikrobiologische Folgeproben – Strengere Auflagen:

  1. Sofortkontrolle: Direkt nach Abschluss der Behandlung (Hitze oder Chemie) müssen Proben entnommen werden, und zwar:

    1. Direkt an den kontaminierten Entnahmestellen

    2. Am Ausgang des Warmwasserspeichers

    3. Am Warmwasserrücklauf

  2. Langzeitkontrolle: Zur Nachverfolgung müssen weitere Proben innerhalb von zwei und nochmals nach sechs Monaten gezogen werden.


Hinweis: Die Wiederinbetriebnahme von Infrastrukturen, die von einer massiven Kontamination betroffen waren, ist erst nach ausdrücklicher Genehmigung durch das SCAV / die DVSV erlaubt!




Was tun, wenn die Massnahmen nicht wirken?

Sollte die Legionellenkonzentration trotz Einhaltung der oben genannten Schritte nicht sinken, müssen weiterreichende Massnahmen ergriffen werden:

  1. Installation von Filtern: Endständige Antilegionellenfilter an allen Duschen montieren (als Sofortschutz).

  2. Sanierung: Eine komplette Sanierung des gesamten Systems (inklusive Warmwasseraufbereitung und Vorwärmanlage) muss durch eine Fachfirma durchgeführt werden.


(Weiterführende Informationen finden Sie auch in den Dokumenten des BAG/BLV sowie in den SVGW-Richtlinien W3/E3 und W3/E4).




Valmonas Analytik AG – Ihr lokaler Partner für mikrobiologische Wasseranalytik

Die Vorgaben des Kantons erfordern schnelle, exakte und normgerechte Analysen. Genau hier kommen wir ins Spiel. Als modernes und nach GMP-reguliertes Labor in Steg bieten wir Ihnen das komplette Paket:

  • Probenahme vor Ort: Fachgerechte und normkonforme Probenahme (inkl. Temperaturüberwachung) direkt bei Ihnen im Gebäude.

  • Schnelle Mikrobiologie: Zügige Auswertung der gezogenen Proben dank unseres erfahrenen Teams im Labor QC Mikrobiologie.

  • Präzise Berichterstattung: Sie erhalten von uns alle Dokumente und Analyseberichte, die Sie für den Nachweis beim SCAV benötigen.


Überlassen Sie die Wassersicherheit nicht dem Zufall. Wenn Sie Begleitung bei der präventiven Kontrolle oder Notfall-Nachkontrollen benötigen, sind wir jederzeit für Sie da.


Haben Sie Fragen oder benötigen Sie sofortige Unterstützung bei Folgeproben?

Kontaktieren Sie uns. Wir beraten Sie gerne zu Probennahmeplänen und validierten Analysen.

 
 
 

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